Beiträge zu „Evangelisch-reformiert“

„Evangelisch-reformiert“ bezeichnet den Zweig des aus der Reformation entstandenen Evangelischen Kirchentums, der seine Ursprünge nicht im Luthertum, sondern in der Reformation in der Schweiz, besonders in Zürich und Genf, hat. Weltweit ist das der größere Teil der Evangelischen Kirchen; sie bezeicnen sich als Reformierte oder Presbyterianer. Historisch und theologisch nahe stehen ihnen Methodisten und die klassischen Baptistenkirchen, z. B. Mennoniten.

Historisch war die Reformation in der Schweiz zugleich die bürgerliche Revolution; sie ist in Städten mit republikanischer Ordnung entstanden und hat von Anfang an die politische Verantwortung aus den Evangelium stark betont. Zudem ist sie strikt biblisch auf beide Testamente orientiert und fasst die Sakramente Taufe und Abendmahl symbolisch, d. h. nicht aus sich wirkend, sondern das Evangelium verkündigend auf. Die reformierten sogenannten „Bekenntnisschriften“ (Confessio Helvetica, Heidelberger Katechismus u. a.) haben vor allem historische Bedeutung. Das eigentliche Bekenntnis schlägt sich im Leben der Kirche nieder, weshalb auch die rechtliche Ordnung zu den Bekenntnisen zählt. Der Reformierte Gottesdienst ist nicht aus der altkirchlichen Messe wie der lutherische, sondern aus dem Wortgottesdienst des Spätmittelalters erwachsen und deshalb bewusst schlicht und wortorientiert. Die Gemeindeordnung basiert auf der Selbstbestimmung der Gemeinden und war das Vorbild für die synodal-presbyteriale Kirchenordnung, die inzwischen in der gesamten Evangelischen Kirche eingeführt ist.

Reformiert sind in Deutschland die (territorial nicht begrenzte) Reformierte Kirche, die Lippische Landeskirche und einzelne Gemeinden in den Kirchen der Preußischen Union (Berlin-Brandenburg, Rheinland, Westfalen, ehemals Anhalt und Pommern) und darüber hinaus (z. B. in Desden). Reformiert geprägt ist besonders die protestantische Kirche der Pfalz, aber auch die beiden Hessischen und die Badische Landeskirche tragen in sich reformierte Traditionen.

Die Reformierten Kirchen in Deutschland sind in die Strukturen der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) eingebunden. Darüber hinaus pflegen sie mit dem Reformierten Bund ihre eigene Identität.

Über Deutschland und die Schweiz hinaus sind vor allem die evangelischen Kirchen in Schottland, im romanischen Sprachraum (Waldenser in Iatalien) sowie in den Niederlanden und Ungarn vorwiegend reformiert, und weltweit sehr viele junge Kirchen besonders in Afrika, aber auch in Asien (Indonesien, Korea, Japan) und beiden Amerika. Die europäisch geprägten Kirchen sind im Reformierten Weltbund inzwischen eine Minderheit. Dieser hat seinen Sitz jüngst von Genf nach Hannover verlegt (aus finanziellen Gründen).

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