zu Exodus (2. Mose) 16, 03.08.2014

Predigt von Tilman Hachfeld im Gottesdienst in der Französischen Friedrichstadtkirche zu Berlin

Lieder vor der Predigt waren (EG für die Ref. Kirche) 326, 1 – 5.,199, 1 – 5. und Psalm 107, 1 – 3.

Weitere Texte waren Epheser 2, 19., Die Zehn Gebote und ihre Summe, Psalm 111, nach EG Nr.746, gemeinsam gesprochen, Jeremia 29, 11-14., Markus 8, 1-9. und eine Bekenntnis aus derEv. Kurhessischen Kirche

Predigttext Exodus (2. Mose) 16:

  1. Und sie brachen von Elim auf und kamen – die ganze Gemeinde der Kinder Israels – zur Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Sinai liegt, am fünfzehnten Tag des zweiten Monats nach ihrem Auszug aus dem Land Ägypten.   Da begehrte die ganze Gemeinde der Kinder Israels auf gegen Mose und Aaron wegen der Wüste.   Und die Kinder Israels sagten ihnen: „Wer gäb’s, wir wären durch die Hand JHWHs im Land Ägypten gestorben, als wir über dem Fleischtopf saßen, als wir Brot bis zum Sattwerden aßen! Denn ihr habt uns weggeführt in diese Wüste hier, uns an Hunger sterben zu lassen, diese ganze Volksmasse hier.“   Und JHWH sagte zu Mose: „Seht, ich lasse für euch Brot von den Himmeln regnen, und das Volk wird hinausgehen und an jedem Tag den Tagesbedarf einsammeln, damit ich es prüfe, ob es meiner Weisung folgt oder nicht.   Und es wird am sechsten Tag geschehen, wenn sie ausbreiten was sie gesammelt haben, da wird es das Doppelte von dem sein, was sie täglich sammeln.“   Und Mose ließ Aaron allen Kindern Israels sagen: „Am Abend werdet ihr erkennen, dass euch JHWH aus dem Land Ägypten herausführt,   und am Morgen werdet ihr die Herrlichkeit JHWHs sehen, weil er euer Aufbegehren gegen JHWH gehört hat – denn wir, was sind wir, dass ihr gegen uns  aufbegehrt?“   Und Mose selber sagte: „Wenn JHWH euch am Abend Fleisch zu essen geben wird und Brot zum Sattwerden am Morgen, weil er euer Aufbegehren gehört hat, wie ihr gegen ihn aufbegehrt – was sind denn wir? Nicht gegen uns war euer Aufbegehren, sondern gegen JHWH!“   Und Mose sagte Aaron: „Rede zur ganzen Gemeinde der Kinder Israels: Tretet heran vor JHWH, denn er hat euer Aufbegehren gehört.“   Und es geschah, als Aaron noch zur ganzen Gemeinde der Kinder Israels sprach, da wandten sie sich zur Wüste, und siehe, die Herrlichkeit JHWHs erschien in der Wolke.   Denn JHWH hatte zuvor mit Mose geredet und gesagt:   „Ich höre das Aufbegehren der Kinder Israels. Rede zu ihnen und sage: ‚In der Abenddämerung werdet ihr Fleisch essen, und am Morgen werdet ihr satt an Brot werden, damit ihr erkennt, dass ich, JHWH, euer Gott bin'“.   Und so geschah es: Am Abend zogen Wachteln herauf und bedeckten das Lager, und am Morgen war da eine Schicht von Tau rings ums Lager.    Als die Tauschicht sich gehoben hatte, siehe da, auf dem Angesicht der Wüste Feines, Schuppiges, fein wie Reif auf der Erde.   Die Kinder Israels sahen und sagten eines zum anderen: „Was ist denn das!“ – hebräisch: „Man hua!“ – Denn sie wussten nicht, was das war. Da sagte Mose ihnen: „Das ist das Brot, das JHWH euch zum Essen gibt.   Dies ist der Spruch den JHWH geboten hat: Sammelt davon jeder nach seinem Appetit, nehmt einen Omer pro Kopf, nach der Zahl eurer Personen, jeder für seine Zeltgenossen.“    Und so machten die Kinder Israels es, und sie sammelten, der eine mehr, der andere weniger.   Und sie maßen mit dem Omer, und der Vielsammler hatte keinen Überfluss, und der Wenigsammler litt keinen Mangel, jeder nach seinem Appetit sammelten sie.   Und Mose hatte ihnen gesagt: „Niemand soll davon übriglassen bis zum Morgen.“   Doch sie hörten nicht auf Mose, und einige ließen davon übrig bis zum Morgen. Da kamen Maden und es verfaulte. Und Mose wurde auf sie zornig.   Und sie sammelten es jeden Morgen, jeder nach seinem Appetit. Und wenn die Sonne heiß wurde, zerschmolz es.    Und es geschah am sechsten Tag, da sammelten sie doppelt Brot, zwei Omer für jeden.Und es kamen alle Fürsten der Gemeinde und berichteten Mose.   Der sagte ihnen: „Das ist, was JHWH gesprochen hatte: ‚Morgen ist Schabbatfeier, heiliger Schabbat für JHWH‘; was ihr backt, backt, und was ihr kocht, kocht, und alles was übrig bleibt, bewahrt euch auf Vorrat bis zum Morgen.“   Und sie bewahrten es bis zum Morgen wie Mose angeordnet hatte, und nichts faulte und keine Made war darin.   Und Mose sagte: „Esst es heute, denn heute ist Schabbat für JHWH; heute findet ihr nichts auf dem Feld.   Sechs Tage sammelt ihr ein, aber am siebten Tag, dem Schabbat,ist nichts davon da.“   Und es geschah am siebten Tag, da zogen welche vom Volk aus, um zu sammeln und fanden nichts.   Da sagte JHWH zu Mose: „Wie lange weigert ihr euch, meine Gebote und meine Weisungen zu achten?   Seht, weil JHWH euch den Schabbat gegeben hat, darum gibt er euch am sechsten Tag Brot für zwei Tage. Bleibt jeder an seinem Platz; niemand ziehe am siebten Tag weg von seinem Ort!“   Da feierte das Volk am siebten Tag.   Und sie, das Haus Israel, nannten es „Man“. Und es war weiß wie Koriandersamen, sein Geschmack wie Honigfladen.   Und Mose sagte: „Das ist das Gebot, das JHWH angeordnet hat: Ein Omer davon zur Aufbewahrung für eure Nachkommen, damit sie das Brot sehen, das ich euch in der Wüste zu essen gab, als ich euch aus dem Land Ägypten herausführe.   Und M“ose sagte zu Aaron: „Nimm ein Gefäß und tue einen Omer Man hinein, und lass es vor JHWH stehen zur Aufbewahrung für eure Nachkommen.“  Wie JHWH dem Mose angeordnet hat, stellte Aaron es vor die Bundestafeln zur Aufbewahrung.   Und die Kinder Israels aßen das Man vierzig Jahre lang, bis sie in bewohntes Land kamen. Sie aßen das Man bis sie zur Grenze des Landes Kanaan kamen.   Und der Omer ist ein Zehntel Epha – also etwas über 2 Liter.

Liebe Gemeinde,

Wie angekündigt: ein langer Text, vielleicht auch etwas verwirrend, sich wiederholend, schleppend.

Ein Text über die Gemeinde der Kinder Israels auf ihrer Wüstenwanderung. Wir können dabei heute kaum aus unserem Denken ausblenden, was denn mit und von den Urenkeln Israels in diesen Tagen in ihrem Land geschieht, eine Tragödie großen Ausmaßes, wenn Selbstverteidigung im Übermaß das Leben Unbeteiligter vernichtet, weil der Gegner das provoziert. Wir könnten jetzt viel und kontrovers reden über alten und neuen Hass, über politische Versäumnisse früher und heute, über Ursachen und Auswirkung von Fundamentalismen – und das nicht nur im Hinblick auf Israel: Ebenso bedrückend ist, was wir aus der Ukraine erfahren, es macht ebenso ratlos.

Ich denke aber: hier, an diesem Ort bei diesem Anlass, der uns zusammenführt, sollten wir weiter denken – weiter zurück und weiter nach vorne: auf die Geschichte Gottes mit seinem Volk und durch sein Volk mit der Menschheit, eine Geschichte, die schon viele Tragödien überdauert hat und immer weiter Zukunft eröffnet, die in alle Dunkelheit der Geschichte das Licht der Verheißung scheinen lässt, auch durch das biblische Kapitel, das wir hier vorliegen haben.

Ich hätte deshalb Lust, jetzt mit Ihnen über diesen Text eine Bibelarbeit zu halten, die den Rest des Sonntags in Anspruch nehmen könnte. Aber wir sind hier zum Predigtgottesdienst zusammengekommen, und die Predigt soll kompakter sein; also gleich auf das Ziel.

Thema dieses Kapitel ist nicht so sehr das Speisungswunder, als vielmehr der Schabbat, und zwar der Schabbat als Zentrum des Lebens Israels mit seinem Gott. Den Anfang des geschichtlichen Weges Gottes mit seinem Volk begeht Israel jährlich zu Passa am Sederabend, wo es in einer Mahlzeit seines Auszugs aus der Sklaverei in Ägypten gedenkt – unter großen und furchtbaren Taten des Ewigen. Das Leben mit Gott ist aber nicht nur Geschichte, sondern hat auch immer Zukunft, und um nicht in der Alltäglichkeit unterzugehen, manifestiert es sich im wöchentlichen Ruhetag, dem Ewigen geweiht, der auch der Zukünftige ist, und deshalb heilig, im Schabbat.

Unser Kapitel hat denn auch Bezüge zum Sederabend, wenn das Volk, das dort erstmals „die ganze Gemeinde Israels“ genannt wird, hier „die ganze Gemeinde der Kinder Israels“ heißt; das nimmt das Thema auf und ist zugleich eine weitere Präzisierung und offen für pädagogische Schritte.

Der Text setzt ein mit einer Ortsangabe und einem Datum. Die Ortsangabe „Sin“ ist das halbe Wort „Sinai“ und bezeichnet den halben Weg von Ägypten dorthin zum Berg der Gottesbegegnung und dem Empfang der Weisung, mit der Israel quasi volljährig, nämlich für sich selbst verantwortlich wird. Hier sind sie noch wie Kinder auf dem Weg.

Das Datum, der fünfzehnte Tag nach dem Aufbruch, ist ein Schabbat. Allerdings gibt es noch keine Weisung dafür. Dieses Kapitel bereitet sie vor.

Aufgebrochen war das wandernde Volk zuletzt von Elim, einem wasserreichen, fruchtbaren Ort, und angekommen ist es nun in der wirklichen Wüste. Die von Ägypten mitgebrachten Mazzen sind längst aufgegessen, Obst aus Elim hat man, so scheint es, nicht mitgenommen. Zwar ist man noch satt, aber vor den Augen steht den Leuten der Hunger, denn in de Wüste gibt es nichts zu essen. Wohin will dieser Mose uns denn führen? Und wieder bestimmen die Miesmacher im Volk die Stimmung: Wie zuerst es angesichts der ägyptischen Armee, die die Auswanderer verfolgte, dann aber im Meer versank, dann, als das Wasser, das man endlich fand, ungenießbar war, bis Mose ein Holz hineinwarf, und es rein wurde, und nun zum dritten Mal: Moses Versprechen, das Volk in die Freiheit zu führen, muss doch Betrug sein; er, der am ägyptischen Hof aufgewachsen war, soll das Volk nur in den Tod führen – wenn nicht durch Waffen oder durch Durst, dann jetzt durch Hunger. Ach, wäre man doch in Ägypten geblieben, zwar als Sklaven, aber satt, vielleicht vom Gott des Mose vernichtet, wie hier ironisch angemerkt wird, aber nicht elendiglich verhungert!

Gottes direkte Reaktion scheint zu sein, dass er Mose das Brotwunder ankündigt, das Man, aber nicht der Sättigung wegen – das dann wohl auch – sondern zunächst, um das Volk zu prüfen, ob es seiner Weisung zu folgen schon bereit und fähig ist. Das sagt er nur Mose, und es ist gar nicht das Erste, was er sagt, sondern wird hier in der Erzählung vorgezogen, quasi als Überschrift und Inhaltsangabe für das Folgende.

Vorher geht es nämlich um das Aufbegehren an sich: gegen wen richtet sich das? Praktisch gegen Mose und Aaron, die direkt bedrängt werden. In Wirklichkeit aber gegen den Ewigen, gegen Gott, dem ja unterstellt wird, das Volk vernichten zu wollen – immer noch, trotz des triumphalen Auszugs aus Ägypten, von den einfachen Ägyptern reich beschenkt, trotz der Erfahrung, dass sie trockenen Fußes durchs Meer zogen, in dem dann Ägyptens Kavallerie ertrank, trotz des guten Wassers in wasserloser Wüste…

Angesichts der bisherigen Wunder ist der Protest geradezu Gotteslästerung; doch Gott lässt sie zu. Jetzt noch, auf dem Weg zum Sinai, zum Empfang der Weisung. Noch ist dieses Volk nicht nur unverständig, sondern auch noch strafunmündig. Nach dem Empfang der Weisung am Sinai wird das anders, wird das Volk mündig und verantwortlich für seine Gotteslästerungen und muss die Konsequenzen tragen.

Aber noch ist die Gotteserkenntnis im Volk mangelhaft. Aaron, der Sprecher Moses und zukünftiger erster Priester, kündigt deshalb an, dass das Volk erkennen soll: Erstens, dass es der Ewige ist, der sie aus der Sklaverei in die Freiheit führt, und zweitens, dass es von der Herrlichkeit des Ewigen umgeben und umhegt ist.

Mose in seiner etwas unbeholfenen Sprache präzisiert: Am Abend wird der Ewige euch Fleisch schicken, und Brot am Morgen. Und beide weisen noch einmal darauf hin: Zweifel und Protest treffen nicht sie, sondern Gott persönlich – den, der das Volk in seine Freiheit und Mündigkeit leitet. Und bei diesen Worten Aarons wird wieder die Wolke sichtbar, in der der Ewige seinem Volk voran zieht.

Das Angekündigte tritt ein. Ob Israel an diesem Abend Wachteln geschlachtet, gegrillt und gegessen hat, wird nicht erwähnt. Es ist auch nicht wichtig, wichtig ist, dass Gott sie zu schicken vermag. Aber das Brot, diese feine, weiße, süße Speise: Mit dem hat es eine besondere Bewandtnis: Egal wie viel oder wenig man davon sammelt, es ist nie zu viel und nie zu wenig, wie dann später bei Jesus, der sieben Brote und wenige Fische unter Viertausend teilt, und all werden satt.

Ich nehme das als Verheißung auch für die heutige und zukünftige Menschheit: Wenn alle lebenswichtigen Güter der Welt so verteilt werden, dass jeder genug und niemand zu viel hat – dann würden sie reichen und alle würden satt. Und das gilt nicht nur für materielle Güter, sondern auch für menschliche Würde; würde sie von allen und sie für alle geachtet, kämen wir dem Frieden auf Erden, auch im Nahen Osten und in Osteuropa, näher.

Das Brot, das die Israeliten Man – was ist das – nennen, ist nur tägliches Brot für heute: An der Sonne schmilzt es, über Nacht verdirbt es. Das erfährt, wer das Gebot, davon nichts aufzubewahren, ignoriert.

Dann aber geschieht es am sechsten Tag, dass die eingebrachte Menge, ohne dass mehr gesammelt wurde, doppelt so groß ist wie an den Vortagen. Gewarnt durch das Gebot und die Erfahrung, dass es nicht hält, kommen die Sippenältesten zu Mose, ratlos.

Das ist der Zeitpunkt, nun Sinn und Würde des Schabbat zu erklären, der, um des Ewigen willen geheiligt, sein Volk in das Heil mit einbezieht. Zunächst ganz praktisch: sammelt und bereitet zu auch schon für den nächsten Tag, den heiligen Schabbat.

Trotzdem gehen am Schabbatmorgen, einige vor das Lager, um tägliches Man zu sammeln. Sie ernten an dem Tag nichts als Gottes Zorn. Doch noch trifft er sie nicht tödlich, noch ist Israel unmündig und Gott hat Nachsehen mit ihm.

Das Gebot wird wiederholt. Am Schabbat bleibe jeder an seinem Platz. Und so feiert Israel in der Wüste Sin am 29. Tag nach dem Auszug aus Ägypten den Schabbat endlich so, wie er gefeiert werden soll.

Im Zehnwort der Weisung wie wir es eingangs aus dem Buch Exodus gehört haben, wird als Grund für den Schabbat die Ruhe genannt, mit der Gott sein Schöpfungswerk abschließen wird, um einst zu sagen: Es ist alles sehr gut. Und darauf sollen wir zugehen: Teilhaben an der Vollendung der Schöpfung, an Frieden und Gerechtigkeit. An der Hoffnung darauf halten wir allem Unfrieden und aller Ungerechtigkeit zum Trotz fest, indem wir sie schon im Voraus feiern.

Im Talmud knüpft Rabbi Jochanan im Namen von Rabbi Shimon ben Jochai daran die Verheißung: „Würden die Israeliten zwei Schabbate nach Vorschrift halten, so würden sie sofort erlöst werden.“(Schabbat 118b)

Aber Israel steht nicht alleine vor Gott und soll auch nicht alleine erlöst werden, sondern es steht um der Menschheit willen vor Gott. Deshalb ist es auch an uns, den Schabbat, der allen Menschen Brot und Würde in Freiheit schenken will, zu ergreifen, zu realisieren, im kleinen persönlichen Bereich wie im ganz großen in unserem Land, in Europa, weltweit. Sechs Tage in der Woche. Und an jedem siebten das Ziel schon im Voraus feiern, zu dem Gott sagen kann: „Es ist alles sehr gut.“.

Amen

Lied Psalm 107, 4. 14. 15.

(Gebet:) Ewiger, Herr und Gott, um Deine Güte und Deine Macht bitten wir, damit Vernunft einkehrt, wo heute Feindschaft und Vorurteile, Hass und Dünkel die Menschen gegeneinander aufbringen – und damit auch gegen Dich. Wir hören und lesen und sehen in Bildern, wie Raketenbeschuss unverhältnismäßige Reaktionen provoziert, wie Menschen geopfert werden, um die Gegenseite als Mörder abzustempeln. Und wir betrauern unsere Machtlosigkeit gegen so viel Verbohrtheit und Dummheit, die uns auch Angst machen. Hilf uns, nicht zu resignieren oder vor den Dinge zynisch zu werden, sondern zeige uns Wege, wie auch wir zum Frieden beitragen können – hier bei uns und durch uns auch anderswo. Und werde Du mächtig in den Köpfen derer, die den Unfrieden suchen, lehre sie erkennen, dass das Zusammenleben mit Menschen, die anders sind als sie selber, nicht Bedrohung, sondern Bereicherung ist.

Und beende das Unwesen aller, die sich am Krieg und Unfrieden bereichern, die Wohlstand hier sichern wollen, indem sie Kriegsgerät in alle Welt verkaufen. Und die Hybris derer, die meinen, Frieden durch Drohung und Ausweitung von Militärbündnissen erreichen zu können. Lass die Politiker Europas Lehren ziehen aus den großen Kriegen des vorigen Jahrhunderts, an deren 100. und 75. Jahrestag des Ausbruchs wir in diesen Tagen erinnert werden.

Und, Herr, lass uns über den großen Dingen die nahen nicht versäumen. So bitten wir Dich für unsere Kranken um Geduld zur Heilung – und wo die nicht sein kann um die Fähigkeit, das Leben getrost loszulassen. Für alle, die sich nicht gebraucht fühlen, die vereinsamt sind, bitten wir, dass sie vor sich Zukunft erkennen, die es wert ist, gelebt zu werden. Für alle, die in unserer Gesellschaft an den Rand gedrängt sind, dass sie materiell wie geistig gleichgestellt werden.

All unser Bitten legen wir in die Worte, die Jesus uns azu gelehrt hat: Unser Vater im Himmel…